Kunststoffe einmal anders vermittelt

Im Rahmen des Chemie-Unterrichtes besuchte Herr Markus Wirz der Firma Papier Mettler KG die zehnten Klassen der IGS Morbach. Denn das im Lehrplan verankerte Themenfeld „Schöne neue Kunststoffwelt“ eignet sich hervorragend dafür, auch mal von einer anderen Seite betrachtet zu werden, nämlich von Seiten eines europaweit führenden Betriebes im Bereich der Kunststoffverarbeitung. Dabei ging es zuerst um das theoretische Basiswissen, das mit Kunststofferkennungsproben gespickt war. Denn allein die Brennprobe kann schon viel darüber aussagen, um welchen Kunststoff es sich handeln könnte. Riecht er süßlich oder doch eher nach Horn? Anschließend ging es vornehmlich um das Thema Kunstoffrecycling und um die Möglichkeiten der Nachhaltigkeit und Ressourcenoptimierung. Zum Abschluss stellte Herr Wirz die Firma Papier Mettler und ihre Ausbildungsberufe genauer vor. Die Schülerinnen und Schüler hatten folglich die Möglichkeit, Expertenwissen aus dem Bereich der Kunststoffe abzugreifen. Somit ergibt sich ein weiterer Baustein für den MINT-Bereich der IGS Morbach, die ja als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet ist und von Papier Mettler KG hierbei finanziell unterstützt wird.

Wie rochen eigentlich die Römer? – Ausstellung im Belginum eröffnet

Mit einem Zitat des römischen Dichters Ovid eröffnete die Erasmus+-AG ihre Sonderausstellung „Schönheits- und Körperpflege bei den Römern“ im Belginum. Im Mittelpunkt des einjährigen Projekts stand eine ungewöhnliche Frage: „Wie rochen eigentlich die Römer?“

Gemeinsam mit Partnerschulen in Monza, Sofia und Carcassonne erforschten die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung von Körperpflege, Kosmetik und Düften im römischen Alltag. Unterstützt wurden sie dabei vom Belginum und insbesondere von der Archäologin Frau Haßlinger, die das Projekt fachlich begleitete.

Die Jugendlichen werteten antike Quellen aus und stießen dabei auf Autoren wie Ovid und Martial. Deren Texte lieferten Hinweise auf die Zusammensetzung römischer Parfums und Schönheitsvorstellungen. Schnell wurde deutlich, dass sich die Wahrnehmung angenehmer Düfte über die Jahrtausende kaum verändert hat. In eigenen Experimenten rekonstruierten die Schülerinnen und Schüler antike Duftmischungen und untersuchten deren Herstellung. Dabei erfuhren sie, dass Pflanzen, Harze, Honig, Olivenöl oder sogar Rinderfett nicht nur als Duftstoffe dienten, sondern oft auch pflegende oder konservierende Eigenschaften besaßen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage nach dem römischen Schönheitsideal. Die Recherche zeigte jedoch, dass es aufgrund der Größe und langen Geschichte des Römischen Reiches kein einheitliches Ideal gab. Stattdessen fanden die Jugendlichen zahlreiche Parallelen zu heutigen Schönheits- und Beziehungsvorstellungen.

Neben der Herstellung antiker Kosmetika experimentierte die Gruppe auch mit Repliken römischer Gegenstände zur Körperpflege. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind nun in der Ausstellung zu sehen und werden durch Videos zur Anwendung der Objekte ergänzt.

In seiner Ansprache würdigte Projektleiter Herr Kurz das Engagement der Teilnehmenden. Das Projekt habe gezeigt, wie wichtig Teamarbeit, Ausdauer und die Bereitschaft seien, auch aus Rückschlägen zu lernen. Die Ausstellung macht deutlich, wie lebendig Geschichte vermittelt werden kann – und dass selbst eine scheinbar einfache Frage spannende Einblicke in die Antike eröffnet.

Die Ausstellung kann noch bis zum Herbst im Belginum besichtigt werden.

 

Mehr als Spektakel – Was Moulin Rouge mit Demokratie zu tun hat

Wer beim Titel Moulin Rouge lediglich an Tanz, „Glitzer“ und große Gefühle denkt, übersieht die eigentliche Botschaft des Musicals. Die Schülerinnen und Schüler des Musik-Grundkurses 12 der IGS Morbach stellten im Verlauf ihrer Unterrichtsreihe fest, dass sich hinter dem berühmten „Spectacular, Spectacular“ weit mehr verbirgt als bloße Unterhaltung.

Nach der gemeinsamen Sichtung des Films im „Schulkino“ analysierten die Schülerinnen und Schüler zunächst Handlung, Figuren und musikalische Gestaltung. Dabei rückten zunehmend gesellschaftliche Fragestellungen in den Mittelpunkt. Themen wie Freiheit, soziale Ungleichheit, Macht, Einfluss und gesellschaftliche Teilhabe erwiesen sich als überraschend aktuell.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Gruppe der sogenannten Bohèmiens – Künstler, Schriftsteller und Freigeister, die für Freiheit, Kreativität und ein selbstbestimmtes Leben eintraten. Im Musical stehen sie einer Gesellschaft gegenüber, in der Geld, Besitz und gesellschaftlicher Status häufig darüber entscheiden, wer Einfluss hat und wer nicht. Die Schülerinnen und Schüler erkannten dabei Parallelen zu heutigen gesellschaftlichen Diskussionen. In ihren Beiträgen setzten sie sich unter anderem mit der Frage auseinander, welchen Einfluss wirtschaftliche Macht auf politische und gesellschaftliche Entscheidungen haben kann und zogen dabei Verbindungen zu aktuellen Persönlichkeiten und Entwicklungen unserer Zeit.

Auch der Begriff des Hedonismus spielte in den Diskussionen eine Rolle. Die schillernde Welt des Moulin Rouge steht für Vergnügen, Konsum und die Suche nach persönlichem Glück. Gleichzeitig zeigt die Handlung aber auch die Schattenseiten einer Gesellschaft, in der Geld und Macht häufig wichtiger erscheinen als Menschlichkeit, Solidarität und Freiheit. Gerade dieser Spannungsbogen machte das Musical für die Schülerinnen und Schüler besonders interessant.

Im Anschluss an die Analyse konnten die Lernenden ihre Erkenntnisse kreativ umsetzen. Dabei entstanden Plakate, Lapbooks, künstlerische Gestaltungen, Bühnenmodelle und weitere kreative Produkte, die zeigen, wie unterschiedlich kulturelle Werke interpretiert werden können.

Die Unterrichtsreihe machte deutlich, dass Musikunterricht weit mehr ist als das Erlernen musikalischer Inhalte. Kunst und Musik eröffnen Zugänge zu gesellschaftlichen Fragestellungen und laden dazu ein, über Freiheit, Verantwortung, Macht und demokratische Werte nachzudenken. Moulin Rouge erwies sich dabei als überraschend aktuelles Beispiel dafür, wie Kultur Menschen dazu anregen kann, ihre eigene Gesellschaft kritisch zu betrachten.

So wurde aus einem Musical voller Musik, Farben und Emotionen eine spannende Auseinandersetzung mit Fragen, die heute aktueller sind, denn je.

 

Entlassfeiern der Klassenstufen 9, 10 und 12

Den Beginn der diesjährigen Abschlussfeierlichkeiten bildete am 19. Juni die Entlassfeier der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12, die ihre Fachhochschulreife erworben haben.

In einem persönlichen und zugleich feierlichen Rahmen verabschiedete die Stufe ihre acht Abgängerinnen und Abgänger. Die MSS-Leitung, Frau Mertini-Stein, würdigte in einer herzlichen Ansprache die Leistungen und den gemeinsamen Weg der Schülerinnen und Schüler und fand dabei sehr persönliche Worte für jede und jeden Einzelnen.

Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein mit Fingerfood bot sich reichlich Gelegenheit für Gespräche, Rückblicke und persönliche Begegnungen. Für eine unterhaltsame Atmosphäre sorgte ein individuell auf die Stufe zugeschnittenes Quiz, das einige Erinnerungen und Anekdoten an die gemeinsame Schulzeit und die erst kürzlich stattgefundene Kursfahrt aufgriff.

Ein besonders schöner und bleibender Programmpunkt war das gemeinsame Gestalten eines Wunschglases für jede Absolventin und jeden Absolventen. Die Mitschüler/innen und Stammkurslehrerinnen formulierten darin ihre persönlichen Wünsche für die Zukunft. Diese liebevolle Erinnerung begleitet die Abgänger/innen nun auf ihrem weiteren Weg.

Mit einer weiteren stimmungsvollen und abwechslungsreichen Feier verabschiedete sich unsere Schule von den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10. Unter dem Motto „Route 66 – Freie Fahrt in die Zukunft“ wurde deutlich, dass für die Absolventinnen und Absolventen nun eine neue Etappe ihres Lebenswegs beginnt.

Den musikalischen Auftakt gestaltete die Schulband, bevor Herr Rendenbach, Stufenleitung 9/10, die Gäste herzlich begrüßte. In ihrer anschließenden Rede fand die stellvertretende Schulleiterin Frau Müller wertschätzende Worte für die geleisteten Anstrengungen und die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.

Im Anschluss präsentierten die Tutorinnen und Tutoren der Jahrgangsstufen 9 und 10 ihre Beiträge, die sowohl humorvoll als auch bewegend auf die gemeinsame Schulzeit zurückblickten. Ein besonderes musikalisches Highlight setzte die Klasse 10a mit ihrem Liedbeitrag „Stand by me“, der für große Begeisterung im Publikum sorgte. Ergänzt wurde das Programm durch Reden der Schülervertretung und der Elternvertretung, die den Absolventinnen und Absolventen gute Wünsche für ihren weiteren Weg mitgaben. An dieser Stelle möchten wir Herrn Kraemer für die gute Zusammenarbeit in seiner langjährigen Funktion als Vorsitzender des Schulelternbeirats sowie Kassenwart des Fördervereins danken.

Für weitere emotionale Momente sorgten ein erneuter Auftritt der Schulband sowie ein besinnliches Video, das zum Innehalten einlud und die vergangenen Schuljahre Revue passieren ließ.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt waren die Ehrungen: Für ihr besonderes soziales Engagement wurden Serin Balsiger (9b) und Fabian Leonhard (9d) mit dem Sozialpreis ausgezeichnet. Das beste Zeugnis erreichten Serin Balsiger (9b) sowie Julian Stein (10b) und Pauline Thees (10a). Zudem wurden die MINT-Zertifikate feierlich an Hannes Stein (9a) und Julian Stein (10b) überreicht.

Im Anschluss folgte die Zeugnisausgabe für die Jahrgangsstufen 9 und 10. Ein besonderes Highlight des Abends war der Abschlusstanz der 10er, der das Publikum begeisterte und den Zusammenhalt der Jahrgangsstufe eindrucksvoll zeigte.

Den emotionalen Abschluss bildete das gemeinsame Lied aller Abgängerinnen und Abgänger: „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen – ein Moment voller Gemeinschaft, Freude und Wehmut zugleich.

Beim anschließenden Umtrunk klang der Abend in entspannter Atmosphäre aus und bot Gelegenheit für Gespräche, Erinnerungsfotos und gute Wünsche für die Zukunft.

Die Schulgemeinschaft wünscht allen Absolventinnen und Absolventen alles Gute für ihren weiteren Weg!

 

Zeitzeugengespräch im NS-Dokumentationszentrum München

Ein historisch und politisch äußerst bedeutsames Thema stand im Zentrum eines eindrucksvollen Zeitzeugengesprächs im NS-Dokumentationszentrum München, an dem die Schülerinnen und Schüler der MSS 12 im Rahmen ihrer Kursfahrt teilnahmen. Die Veranstaltung bot eine besondere Gelegenheit, Geschichte nicht nur theoretisch zu erfassen, sondern sie durch persönliche Berichte unmittelbar und eindrücklich zu erleben.

Das Zentrum organisiert regelmäßig Begegnungen mit Überlebenden des Nationalsozialismus sowie Gespräche mit Nachkommen von NS-Tätern. In diesem Zusammenhang hatten die Schülerinnen und Schüler der IGS Morbach die Möglichkeit, mit Jens-Jürgen Ventzki, einem Nachfahren eines NS-Täters, ins Gespräch zu kommen.

Seine eindringlichen und persönlichen Schilderungen machten deutlich, wie intensiv und herausfordernd die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte sein kann. Eine Schülerin beschrieb ihre Eindrücke folgendermaßen:

„Es war erschreckend und beeindruckend zugleich, als er erzählte, wie er später Beweise dafür fand, welche Verbrechen sein Vater begangen hat.“

Die offenen und bewegenden Einblicke verdeutlichten, wie komplex und belastend die Aufarbeitung der Vergangenheit ist. Zugleich wurde spürbar, wie wichtig es bleibt, sich dieser Verantwortung zu stellen und Erinnerung aktiv zu gestalten.

Im Anschluss an das Gespräch nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen. In der offenen Fragerunde wurde sehr persönlich und reflektiert geantwortet, was den Austausch zusätzlich vertiefte und nachhaltig prägte.

Die Veranstaltung hinterließ bei allen Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck und unterstrich eindrucksvoll die Bedeutung historisch-politischer Bildung für unsere Gegenwart und Zukunft.