Wie rochen eigentlich die Römer? – Ausstellung im Belginum eröffnet

Mit einem Zitat des römischen Dichters Ovid eröffnete die Erasmus+-AG ihre Sonderausstellung „Schönheits- und Körperpflege bei den Römern“ im Belginum. Im Mittelpunkt des einjährigen Projekts stand eine ungewöhnliche Frage: „Wie rochen eigentlich die Römer?“

Gemeinsam mit Partnerschulen in Monza, Sofia und Carcassonne erforschten die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung von Körperpflege, Kosmetik und Düften im römischen Alltag. Unterstützt wurden sie dabei vom Belginum und insbesondere von der Archäologin Frau Haßlinger, die das Projekt fachlich begleitete.

Die Jugendlichen werteten antike Quellen aus und stießen dabei auf Autoren wie Ovid und Martial. Deren Texte lieferten Hinweise auf die Zusammensetzung römischer Parfums und Schönheitsvorstellungen. Schnell wurde deutlich, dass sich die Wahrnehmung angenehmer Düfte über die Jahrtausende kaum verändert hat. In eigenen Experimenten rekonstruierten die Schülerinnen und Schüler antike Duftmischungen und untersuchten deren Herstellung. Dabei erfuhren sie, dass Pflanzen, Harze, Honig, Olivenöl oder sogar Rinderfett nicht nur als Duftstoffe dienten, sondern oft auch pflegende oder konservierende Eigenschaften besaßen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage nach dem römischen Schönheitsideal. Die Recherche zeigte jedoch, dass es aufgrund der Größe und langen Geschichte des Römischen Reiches kein einheitliches Ideal gab. Stattdessen fanden die Jugendlichen zahlreiche Parallelen zu heutigen Schönheits- und Beziehungsvorstellungen.

Neben der Herstellung antiker Kosmetika experimentierte die Gruppe auch mit Repliken römischer Gegenstände zur Körperpflege. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind nun in der Ausstellung zu sehen und werden durch Videos zur Anwendung der Objekte ergänzt.

In seiner Ansprache würdigte Projektleiter Herr Kurz das Engagement der Teilnehmenden. Das Projekt habe gezeigt, wie wichtig Teamarbeit, Ausdauer und die Bereitschaft seien, auch aus Rückschlägen zu lernen. Die Ausstellung macht deutlich, wie lebendig Geschichte vermittelt werden kann – und dass selbst eine scheinbar einfache Frage spannende Einblicke in die Antike eröffnet.

Die Ausstellung kann noch bis zum Herbst im Belginum besichtigt werden.