Mutige Mädchen auf der Bühne

Für eine furiose Aufführung mit überzeugenden Botschaften haben die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfaches Darstellendes Spiel/ Theater der IGS Morbach in der Baldenauhalle Morbach gesorgt.
Zunächst entführten selbstgedrehte Filmszenen der Stufe 10 die Zuschauer in Bücher, die sich mit dem Thema Flucht im Nationalsozialismus auseinandersetzen. Unter dem Titel „Warten auf den Zug – Koffer gepackt und überlebt?“ thematisierten die Kurzfilme einfühlsam das Schicksal der Buchhelden, die für die abertausend Verfolgten des Nationalsozialismus stehen, aber auch für die vielen Geflüchteten in der heutigen Zeit. Anschließend boten die Schülerinnen der Stufe 9 einem faszinierten Publikum eine Szenencollage, in denen sie sich mit den gesellschaftlichen Erwartungen an Mädchen und Frauen und der nach wie vor weltweit herrschenden Diskriminierung in aller Welt auseinandersetzten. Vielfältig waren die Themen- Berufswahl, Verdienst, Unterdrückung, Zwangsverheiratung und das Verbot in die Schule zu gehen, um lesen und schreiben zu lernen. Spielleiterin Uschi Moog war es außerdem wichtig, dass auch Wünsche und Hoffnungen von Mädchen und jungen Frauen ihren Ausdruck finden. Und das taten die Schülerinnen auf abwechslungsreiche Art und Weise. Eingespielte Videos unterstützten die Szenen, Tanzchoreographien verdeutlichten gemeinsame Stärke und das Supergirl-Lied zum Abschluss bezog das Publikum in die Demonstration ein. Zuschauerin Sina Schmitt (15) formulierte klar die Botschaft, dass sich Mädchen und Frauen mehr trauen und sich für ihre Rechte einsetzen sollen. Lilian Wittmann führte als ihren Magic Moment die Szene an, als sich das Mädchen den von der Mutter aufgetragenen Lippenstift energisch wegwischte.

Buchvorstellung einmal anders

Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfaches Darstellendes Spiel-Theater Stufe 10 zeigen in kurzen Filmszenen einen kleinen Einblick in das Buch, das sie ausgewählt haben.

Begleitend zur Lektüre war es wichtig, sich über die Zeit, in der die Geschichten spielen, zu informieren. Es wurden Situationen aus den Büchern ausgesucht und die Gefühle der Figuren erarbeitet. Mit Hilfe von Körperübungen, szenischen Interviews und mit dem Schreiben eines Briefes an die gewählte Figur entwickelte sich ein Gespür für die Situation der Szene, die man darstellen wollte.

Die Geschichten zum Thema Flucht und Vertreibung in Deutschland zwischen 1933 und 1945 sind heute aktueller denn je. Dies zeigte sich auch darin, dass in Gesprächen die Angst geäußert wurde, dass Zuschauer zwischen Spieler und Figur evtl. nicht unterscheiden können.

 

Nicht zuletzt die am Schluss verteilten Pussyhats werden eine dauerhafte Erinnerung an den Abend sein, vor allem der starke Auftritt der Schülerinnen und die abwechslungsreiche, durchdachte Inszenierung haben die Zuschauer nachhaltig beeindruckt.