Antike und Gegenwart im Einklang — In Sofia mit Erasmus+

Am frühen Sonntagmorgen, 17.05.26, begann unsere Erasmus+ Reise. Noch verschlafen, aber gespannt versammelten sich alle pünktlich am Frankfurter Flughafen. Nach dem einen oder anderen schnellen Kaffee hoben wir ab. Zwei Stunden später landeten wir in Sofia. Eine andere Schrift, eine fremd klingende Sprache und doch ein herzliches Willkommen: Unsere Gastschüler erwarteten uns bereits am Flughafen und nahmen uns in Empfang.

Der erste Schultag: Begegnungen und Traditionen

Am Montag startete das Programm in der deutschen Schule in Sofia, wo wir vertraute Gesichter aus Carcassonne und Monza wiedertrafen. Die Tatsache, dass es sich um eine deutschsprachige Schule handelte, erleichterte die Kommunikation und eröffnete viele Gesprächsmöglichkeiten. Nach einer mehrsprachigen Einführung durch die bulgarischen Schüler, einem Rundgang und einigen kurzen Kennenlernspielen überraschten uns unsere Gastgeber mit einem traditionellen bulgarischen Tanz komplett in Tracht. Nach einer Einführung durften auch wir mittanzen, wenn auch nicht alle sich das gleich zutrauten. Es war ein lebendiger und verbindender Einstieg in die Woche.

Stadtführung: Wo Antike ins Moderne übergeht

Bei einer Stadtführung durch Sofia sahen wir bedeutende Sehenswürdigkeiten wie die Alexander-Newski-Kathedrale und die römische Kirche des Heiligen Georg, die als das älteste Gebäude in Sofia betrachtet wird. Besonders eindrucksvoll war für viele von uns, wie die antiken Spuren in das moderne Stadtbild eingebettet sind: Die kleine Kirche des Heiligen Georg liegt im Innenhof des Präsidentenpalasts, und beim Bau der Metro wurden römische Überreste entdeckt. Statt sie zu entfernen, integrierte man sie in die moderne Architektur. Auf dem Weg zur Metro konnte man neben Säulen sogar alte Amphoren bestaunen. Dieses Nebeneinander von Alt und Neu prägte unseren Eindruck von Sofia nachhaltig.

Plovdiv: Antikes Theater und Stadterkundung

Etwa zwei Stunden östlich von Sofia liegt Plovdiv — auch hier zeigte sich die Verbindung von Geschichte und Gegenwart. Wir besichtigten ein antikes Theater, das noch heute für Konzerte und Aufführungen genutzt wird: Ein lebendiges Beispiel dafür, wie historische Bauten in die heutige Kultur eingebunden werden können. In Plovdiv nahmen wir außerdem an einer Schnitzeljagd teil, bei der Orientierung, Teamgeist und Neugier gefragt waren. Am Ende hieß es: erkundet, gefunden und gewonnen.

Projektarbeit: Multilinguale Zeitung

In den darauffolgenden Tagen arbeiteten wir intensiv am Projekt: Die im Laufe des Jahres in Carcassonne, Monza, Morbach und Sofia gesammelten Erkenntnisse sollten in einer multilingualen Zeitung zusammengeführt werden, was in diesem Fall bedeutete, dass alle Artikel in fünf Sprachen verfasst wurden (Bulgarisch, Englisch, Italienisch, Französisch und Deutsch). Die Zusammenarbeit über Sprach- und Ländergrenzen hinweg zeigte, wie viel Bereicherung in solchen Austauschprojekten steckt, fachlich wie persönlich.

Zusätzlich hatten wir das besondere Glück, dem bulgarischen Buchstabenfest in der Schule beizuwohnen, einer Feier zu Ehren des kyrillischen Alphabets. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten das Alphabet mit Stolz und Kreativität; das Fest brachte uns die kulturelle Bedeutung der Schrift für Bulgarien eindrücklich näher.

Naturerlebnis Vitosha

Neben der intensiven Arbeit am Projekt durfte auch die Erholung nicht zu kurz kommen. Schon während der Woche hatten wir von der Schule aus immer wieder den imposanten 2000 Meter hohen Berg Vitosha vor Augen und freuten uns darauf, ihn schließlich auch selbst bei einer Wanderung zu erkunden. Nicht alle schafften es bis zum Gipfel oder den Aussichtspunkt, aber für alle war klar: Dieser Tag war ein Highlight. Die unberührte Natur, die Panoramen und die gemeinsame Anstrengung hinterließen starken Eindruck und waren für viele der schönste Moment der Woche.

Abschied in der Schule und Rückreise

Am Freitag präsentierten wir die Ergebnisse des Projekts in der Schule: Ausstellungsstände, Vorträge und ein Pubquiz über die am Projekt beteiligten Städte rundeten die Woche ab. Der Abend klang bei einem gemeinsamen Buffet aus. Zeit für Gespräche, Austausch und Dankbarkeit.

Am Samstag traten wir den Rückflug an, beladen mit vielen Eindrücken: Kultur, Land, Leute und neue Perspektiven auf unterschiedliche Lebensumstände. Alle waren sich einig: die Reise hat sich gelohnt. Viele kehrten mit dem Gefühl zurück, ihr Zuhause neu zu schätzen und mit Erinnerungen, die noch lange nachwirken werden.