Stillarbeitsraum

Konzept Stillarbeitsraum

Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in diesem Konzept nur die männliche Form (Lehrer, Schüler) verwendet. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.

1. Pädagogisches Konzept/Leitgedanken

Der Stillarbeitsraum soll während des gesamten Vormittages eine pädagogische Maßnahme bieten, um allen Schülern ein ungestörtes Lernen zu ermöglichen. Infolgedessen kann der Raum in mehrerer Hinsicht genutzt werden:

1. Er soll Schüler aufnehmen, die in einer Unterrichtsstunde aus verschiedenen Gründen im Klassenverband nicht effektiv lernen können. Dies können beispielsweise Schüler mit Konzentrationsstörungen (Bsp. ADS) sein, die mit dem Arbeiten in der Großgruppe überfordert sind. Für sie kann dieser Bereich eine Art Rückzugsraum darstellen, in dem sie sich leichter konzentrieren können, da keine Störfaktoren vorhanden sind.

2. Es soll ein Raum sein, der störende Schüler aufnimmt, die sich nicht an die Klassenregeln halten und sich und andere zu stark vom Lernen ablenken.

3. Der Stillarbeitsraum kann auch genutzt werden, wenn ein Schüler vom weiteren Unterricht des Vormittages ausgeschlossen wird (z.B. aufgrund körperlicher Aggressivität) und die Eltern nicht erreicht werden können.

4. Außerdem können Schüler im Stillarbeitsraum Klassenarbeiten ungestört nachschreiben.

Der Stillarbeitsraum soll den Schülern die Möglichkeit bieten, zur Ruhe zu kommen und somit eine Grundlage für das weitere Lernen schaffen. Er soll also einen anderen äußeren Rahmen für das Lernen und Arbeiten bieten.

Die Schüler begeben sich mit einem Arbeitsauftrag, welcher vom jeweiligen Fachlehrer gestellt wird, und ihren Arbeitsmaterialien in den Stillarbeitsraum. In der Regel sollte dieser Arbeitsauftrag die normalen Arbeitsaufträge des Unterrichts umfassen. Die mitgegebene Arbeit sollte erledigt sein, wenn das Kind den Stillarbeitsraum verlässt. Was in der Stunde nicht geschafft wurde, muss zuhause nachgearbeitet werden.

Pädagogische Gespräche, wie früher im Trainingsraum, finden keine mehr statt. Hier haben die Erfahrungen gezeigt, dass die Gespräche von Schülerseite nicht gern angenommen wurden und oftmals nur oberflächlich verlaufen sind. Ein tiefgründiges Nachdenken über das Fehlverhalten und eine Verhaltensänderung haben nur selten stattgefunden.

Der Verweis in den Stillarbeitsraum ist in erster Linie nicht als Strafe gedacht. Der jeweilige Lehrer bzw. Klassenlehrer entscheidet nach seinem pädagogischen Ermessen, wann ein Kind in den Stillarbeitsraum verwiesen wird und wann ggf. im Anschluss weitere Maßnahmen folgen und eine Information der Eltern stattfindet.

Dieses Konzept soll die Möglichkeit bieten, Probleme einzelner Schüler frühzeitig zu erkennen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Hierbei sollten bei umfangreicheren Schwierigkeiten Gespräche mit der Stufenleitung und ggf. den Förderlehrern oder der Schulsozialarbeiterin erfolgen.

Stillarbeitsraum PPP